Skip to main content
Psychologie für den Alltag

Psychologie für den Alltag

By Dr. med. Luciano Berti
Hallo hier spricht Dr. Luciano Berti. Ich habe Psychologie und Medizin studiert, bin Facharzt für Psychosomatische Medizin und möchte Ihnen in diesem Podcast einzelne Artikel aus den vier von mir veröffentlichen Büchern ‚Psychologie für den Alltag‘ (Band 1-4) vortragen. In diesen Büchern geht es mir darum, eine Fülle von wertvollen Informationen und Anregungen zu vermitteln, die sowohl tiefgründig als auch zugleich alltagstauglich sind. Vielleicht gelingt es dem ein oder anderen dadurch, sein individuelles 'Sternenzelt' neu zu ordnen.
Listen on
Where to listen
Breaker Logo

Breaker

Google Podcasts Logo

Google Podcasts

Overcast Logo

Overcast

Pocket Casts Logo

Pocket Casts

RadioPublic Logo

RadioPublic

Spotify Logo

Spotify

Currently playing episode

Dummheit

Psychologie für den Alltag

1x
Was unterscheidet den Schamanen vom Arzt?
Als Schamanen bezeichnen wir im allgemeinen Sprachverständnis spirituell wirkende Helfer, Heiler und Lehrer, denen aufgrund sehr unterschiedlicher spiritueller, religiöser, hellseherischer und ritueller Praktiken magische Fähigkeiten zugesprochen werden. Aufgrund dessen können sie Leid, Schmerz und Krankheit lindern bzw. beseitigen. Sie verkörpern die Verbindung mit dem Jenseits, das heißt mit dem Bereich des Transzendenten, so dass sie nicht nur den Kontakt zu Menschen im Hier und Jetzt haben, sondern auch mit Menschen bzw. deren Geist aus der Vergangenheit und Zukunft sowie mit den Mächten des Jenseits. Unsere Anbindung an solche magisch-spirituellen Menschen, die Hilfe, Beistand, Trost, Medizin und Heilung bieten, geht weit in die Geschichte der Menschheit zurück. Der indianische Schamane Bear Heart sagt: „Wir müssen das uns anvertraute heilige Vermächtnis hüten und verantwortungsvoll damit umgehen. Wir sind Sachverwalter eines geheiligten Wissens – mehr nicht.“ In dieser Haltung lässt sich sehr viel Demut und Bescheidenheit erkennen, die wir in der Begegnung und im Kontakt mit den hochqualifizierten und fachkundigen Ärzten in unserer modernen Gesellschaft leider stellenweise vermissen. Im Verständnis eines Schamanen im Sinne von Bear Heart geht es vielmehr darum die eigenen Fähigkeiten im Bewusstsein der Anbindung an eine höhere Macht zum Wohle der Menschen einzusetzen.
18:56
September 20, 2020
Gedanken zur Liebe
Liebe ist das stärkste positive Gefühl zu dem wir Menschen fähig sind. Sie ist die sicherste und stärkste Grundlage unseres Lebens. Erleben wir sie, können wir sie geben und empfangen, sind wir erfüllt und unser Leben bekommt einen Sinn. Aus ihr können wir Lebensfreude, Glück, Zuversicht, Hoffnung, Kraft und Energie schöpfen, sie verleiht uns Flügel, mit Hilfe derer wir scheinbar Unerreichbares erreichen und Unmögliches leisten können. Nichts kann in positiver Weise mächtiger sein, uns mehr inneren Halt und Vertrauen geben. Sie lässt uns im Inneren und Äußeren strahlen. Sie veredelt alles, was von ihr bestimmt ist. Liebe entspringt dem Herzen und eint in sich all das wofür das Herz steht. Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944), französischer Schriftsteller und Autor der Erzählung ‚Der kleine Prinz‘, mit über 140 Millionen verkaufte Exemplare weltweit, sagte: „Man sieht nur mit dem Herzen gut – für die Augen bleibt das Wesentliche unsichtbar“.
15:43
September 16, 2020
Passt Freundlichkeit noch in unsere heutige Zeit?
Wie steht es jedoch mit der Freundlichkeit in unserer heutigen modernen Gesellschaft? Handelt es sich noch um eine Tugend bzw. Eigenschaft, der ein entsprechender Stellenwert zukommt? Finden wir sie in den Botschaften, die uns über alle sozialen Netzwerke, Internet, Fernsehen, Zeitschriften, Bücher und anderes vermittelt werden? Wir müssen erkennen, dass der überragende Anteil der Botschaften sich darauf bezieht das eigene Selbst zu entdecken, zu fördern und in allen möglichen Erscheinungsformen zum Ausdruck zu bringen. Kurse, Workshops, Schulungen und Weiterbildungen, die dem Ausbau der selbstbezogenen Wünsche, Bedürfnisse und Anliegen gerecht werden wollen, gibt es unzählige. Suchen wir angebotene Möglichkeiten unsere sozialen Kompetenzen im Sinne der Achtsamkeit und Freundlichkeit anderen gegenüber zu fördern, ist die Auswahl deutlich begrenzter. Schneller, besser, höher und weiter gilt für die Entwicklung des eigenen Selbst in allen Bereichen unseres Zusammenlebens. Leider ist unsere Sozialisation von Beginn an auf das Erbringen von Leistung und nicht wirklich auf den gleichwertigen Ausbau unserer sozialen Kompetenzen des Füreinander und Miteinander ausgerichtet, in Verbindung mit einer freundlichen und zugewandten Grundhaltung. Der Vergleich mit anderen und der Wettbewerb sind die Prinzipien, die wir verinnerlichen dürfen und an denen wir unsere Entscheidungen und unser Vorgehen ausrichten sollen.
16:52
September 11, 2020
Es soll sich alles ändern, unter der Voraussetzung, dass alles so bleibt wie es ist
Der Wunsch es möge sich vieles oder alles verändern, ist ein sehr kennzeichnendes Anliegen für viele Menschen, die zu mir in psycho-therapeutische Behandlung kommen. Jedoch stellt dieser – wie sich meist schon sehr schnell im Verlauf des therapeutischen Prozesses herausstellt – nur eine Seite der Medaille dar. Auf der anderen Seite verbirgt sich die meist unausgesprochene Bedingung, welche mit einem Wunsch verbunden ist. Diese lautet: „nur unter der Voraussetzung, dass alles so bleibt, wie es ist.“ Es klingt nicht nur paradox, es ist es auch. Wie sollten wir ein Omelett zubereiten können, ohne die Eier zu zerschlagen? Das geht nicht. Und dennoch ist im Verlauf der Behandlung stets von neuem zu spüren bzw. zu erkennen, dass das Bedürfnis, vertraute Muster und Gewohnheiten des eigenen Denkens, Fühlens und Verhaltens aufrechtzuerhalten bestimmend ist. Wie wir aus der Gehirnforschung wissen sind bis zu ca. 90 % der Gedanken, die wir täglich denken, die gleichen, die wir bereits einen Tag zuvor gedacht haben. Da diese Gedanken unsere Gefühle, Entscheidungen und Handlungen bestimmen, durchleben wir verständ-licherweise stets die gleichen Erlebnisse und Erfahrungen. Die Realität, die wir dadurch täglich von neuem schaffen, unterscheidet sich kaum oder garnicht von der uns bisher vertrauten und uns kennzeichnenden. Auf diese Weise eine neue subjektive Realität zu schaffen ist kaum möglich.
18:00
September 5, 2020
Genug ist genug
„Genug ist genug“ ist offensichtlich eine erlebnismäßige Erfahrung, die wir in vielen Situationen unseres Lebens und Alltags berücksichtigen sollten. Was es uns häufig so schwer macht ist eine in uns ohnehin von klein auf angelegte Neigung, uns von unserer Befriedigung und empfundenen Lust verführen zu lassen noch mehr zu wollen. Wir unterliegen somit der Versuchung weiterzumachen, obwohl wir schon zufrieden sein müssten. Wie bereits in anderen Beiträgen in einem anderen Zusammenhang angedeutet, wird es uns zusätzlich erschwert uns zu begnügen, da die alltäglichen, uns von allen Seiten zukommenden Botschaften uns stets vermitteln, dass wir uns nicht zufriedengeben sollen. Über alle sozialen Netzwerke, Fernsehen, Radio, Zeitungen und Coaching-Bücher erfahren wir, dass noch mehr geht und genug nicht genug sein sollte. Nicht „gut“ ist ausreichend, auch nicht „sehr gut“, es sollte mindestens „besser“ sein, im idealen Fall sollte es „das Beste“ überhaupt sein. Es geht um das Maximum, den Superlativ, das nicht zu Übertreffende. Die auf diese Weise uns vermittelten Botschaften sind mehr oder weniger ein Plädoyer für eine Haltung der Maßlosigkeit, zumindest bezüglich der Ansprüche, die wir an uns stellen sollten. Insofern entspricht es einer Einstellung der Enthemmung mit nichts zufrieden zu sein.
18:29
September 2, 2020
It Takes two to tango
Der Tango steht hier sinnbildlich für einen Tanz, bei dem zwei Beteiligte sich in einer Beziehung zueinander befinden, die mit einem Bewegungsablauf verbunden ist, welcher zeitweise gleichförmig ist, dann jedoch auch wieder gegensätzlich. In gleicher Weise kann das im übertragenen Sinn auf allen Ebenen des Zusammenwirkens von zwei Menschen der Fall sein. Stets befinden sie sich im Kontext ihrer Beziehung in einer gegenseitigen Wechselwirkung, abhängig voneinander und ebenso verbunden miteinander. You can sail in a ship by yourself, Take a nap or a nip by yourself. You can get into debt on your own. There are lots of things that you can do alone. (But it) Takes two to tango […] Diese Metapher bring zum Ausdruck, dass Menschen, die sich in einer Beziehung befinden, in gleicher Weise verantwortlich dafür sind, was aus dieser Beziehung sowohl im Positiven als auch im Negativen entsteht. Seien es Probleme und Konflikte oder auch bereichernde und positiv erfüllende Auswir-kungen: immer sind beide Beteiligte betroffen und verantwortlich für den Verlauf und das Ergebnis.
20:07
August 29, 2020
Gedanken zur Geduld
Es stellt ganz offensichtlich eine hohe Anforderung an das eigene Selbst dar, im Hier und Jetzt zu sein und nicht schon beim nächsten Schritt, dessen was wir tun wollen. In besonderer Weise sind wir es in unserer westlichen Kultur gewohnt schnell voran zu schreiten, uns nicht die notwendige Zeit zu lassen, um anhand unserer Sinne etwas aufzunehmen, es wirken und sinken zu lassen, um damit eine tiefergehende Qualität des Erlebens und Empfindens zu erschließen. Wir tun dies, obwohl wir bereits aus der Physiologie wissen, dass das Erfassen von Signalen und Reizen, ob von innen oder außen kommend, stets mit einem Moment des Verweilens verbunden ist. Ohne diesen Augenblick des Verweilens können wir bewusst nichts aufnehmen. Bestenfalls sind wir dann den sich unbewusst in uns einstellenden Reaktionen ausgeliefert, da unser Unbewusstes ein unvergleichlich höheres und schnelleres Aufnahme-vermögen besitzt. Dies jedoch entgeht unserem Bewusstsein.
16:49
August 26, 2020
Kann Musik heilen?
Mit Musik ist es möglich sowohl Erinnerungen als auch Gefühle zu wecken, die ansonsten vollkommen unerreichbar sind. Es ist faszinierend zu beobachten, wie diese Patienten erneut durch die Musik mit Leben erfüllt werden, sie zu lächeln beginnen, den Takt schlagen bzw. auch mitsummen oder singen. Es scheint so als würden sie dadurch ihre verlorengegangene Identität wiederfinden. Diese sich so einstellende Bewusstheit und Wachheit kann dann in der Folge noch Stunden lang anhalten und die Kommunikation mit diesen Menschen möglich machen. Wir können erkennen, dass viele persönliche Erinnerungen in gewisser Weise in Musik eingebettet sind und somit über diese auch wachgerufen werden können. Ganze Teile der eigenen Biographie können damit verbunden sein. Das Besondere an diesem Phänomen besteht darin, dass der Betroffene keinerlei besondere Musikalität dafür besitzen muss. Jeder Mensch, ob ursprünglich musikalisch oder nicht, reagiert in gleicher Weise darauf. Areale des Gehirns, die mit Musik verbunden sind, sind eng verbunden mit den Arealen, welche für die Erinnerung, Gefühle und Stimmungen zuständig sind. Insofern werden über die Musik alle damit verknüpften Assoziationen aktiviert, wodurch sich bestimmte Erinnerungen, Bilder und Szenen, einschließlich der damit verbundenen Gefühle wiedereinstellen. Durch eine Amnesie (Verlust der Erinnerung) – wodurch auch immer sie bedingt sein mag – verlieren wir Teile unseres Lebens und damit auch wesentliche Teile unserer Identität.
18:52
August 22, 2020
Das Kind in uns selbst an die Hand nehmen
Wir alle tragen Wunden in uns, die sich nicht nur auf unseren Körper beziehen, sondern auch auf die inneren, seelischen Ver-letzungen. Auch wenn mit dem Vergehen der Zeit, vieles weniger schmerzt und es in dem ein oder anderen Fall gar zu einer Heilung kommen mag, gibt es Wunden, von denen wir wissen und sagen können, dass sie bereits unser ganzes Leben bestehen – ganz entgegen dem Sprichwort, welches besagt: Die Zeit heilt alle Wunden. Im Verlauf psychotherapeutischer Behandlungen lassen sich diese Wunden häufig recht schnell erkennen. Ebenso vermittelt sich dann auch die Hilflosigkeit im Umgang mit dem inneren Kind, welches nach wie vor tief im Erleben des eigenen Selbst noch vorhanden ist und bis zum heutigen Tag den real erlittenen oder nur vermeintlich zugefügten Kränkungen, Verletzungen und Demütigungen ausgeliefert ist. Aus der heutigen Sicht vermittelt sich sehr eindrucksvoll, wie sehr dieses Kind selbst eine entsprechende Zuwendung und Fürsorge gebraucht hätte. Es war niemand vorhanden, der es an die Hand nehmen konnte und ihm diesen Schutz und Trost hätte zukommen lassen. Sofern in uns ein solcher kindlicher Selbstanteil noch vorhanden ist, können wir unter Umständen feststellen, dass sich ihm bis zum heutigen Tage niemand zugewandt hat. Nach wie vor ist dieses Kind dann alleine, auf sich selbst angewiesen, befindet sich in der gleichen Not, wie zu dem lebensgeschichtlich inzwischen weit zurückliegenden Zeitpunkt. Es erfordert einen tiefgehenden Bewusstheitsprozess sich in dieser intensiven Weise dem eigenen kindlichen Selbst zuzuwenden.
20:39
August 19, 2020
Was macht es so schwer das 'kleine Einmaleins' zu beherrschen?
Sind wir konfrontiert mit einer scheinbaren Komplexität, kann als Folge die tatsächlich zugrundeliegende Einfachheit eines Ganzen übersehen werden. Es sind die Situationen, in denen wir fälschlicherweise davon überzeugt sind, es mit einer Art höherer Mathematik zu tun zu haben. In Wirklichkeit jedoch geht es um das sogenannte kleine Einmaleins. Im mathematischen Sinn gehört es zum arithmetischen Grundwissen der Mathematik. Es bezieht sich auf die natürlichen Zahlen von eins bis zwanzig, die wir bereits im Grundschulalter lernen können. Es ist vor allem unser gesunder Menschenverstand, welcher sich nach den Regeln des kleinen Einmaleins ausrichtet, wonach eins und eins zwei ergeben, zwei und zwei vier usw. Übertragen auf unseren Alltag bzw. unser Leben zeigt die Erfahrung, dass  möglicherweise sowohl das Verständnis einer schwierigen Situation als auch eine damit verbundene Lösung sich wesentlich leichter und schneller erschließen lässt, wenn wir den gesunden Menschenverstand befragen bzw. nach den Regeln des kleinen Einmaleins vorgehen, als wenn wir uns in umständlichen und komplizierten Überlegungen verlieren bezüglich all dessen, was sein könnte oder möglich wäre.
17:57
August 16, 2020
Dummheit
Quelle: Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hrsg. von E. Bethge. TB Siebenstern. Gütersloh 1985. S. 14 f. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. Er wurde am 5. April 1943 verhaftet und am 9. April 1945 auf ausdrücklichen Befehl von Adolf Hiltler als einer der letzten NS-Gegner hingerichtet. Sein Text zur Dummheit entstammt seinen Briefen und Aufzeichnungen aus der Haft. "Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos."
11:15
August 15, 2020
Was gibt uns die Meditation und das Yoga?
Wenn wir erkennen können, dass wir über Meditation und Yoga in der Lage sind grundlegende physiologische, biologische, chemische und physikalische Prozesse zu beeinflussen bzw. zu initiieren, dürfen wir feststellen, dass wir mittels unseres Geistes über Materie bestimmen können. Hier deutet sich die von Mark Whitwell angesprochene Kraft des Universums an. Im Einklang dazu steht die Feststellung von Max Planck (1858–1947), Physiker und Nobel-preisträger: „[...] Da es aber im ganzen Weltall weder eine intelligente noch eine ewige Kraft gibt, so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten, intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie! Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre!“ Sowohl die Meditation als auch das Yoga bieten uns eine unschätzbare Gelegenheit neben all den Möglichkeiten auf körperlicher und seelischer Ebene, den spirituellen Zugang zu dem Bereich des elektromagnetischen Feldes bzw. des Meeres der unbegrenzten Möglichkeiten zu bekommen.
21:25
August 12, 2020
Zur Bedeutung der Körpersprache
Diese nonverbalen Botschaften lösen sehr vieles in uns aus, was verbunden ist mit Gedanken, Gefühlen, Wünschen, Sehnsüchten, Bedürfnissen, Zweifeln, Befürchtungen, Ängsten, etc. Wir erhalten Informationen über Status, Fähigkeiten, Kompetenzen, Gesundheit, Krankheit, Persönlichkeitsmerkmale, Pathologisches etc. Bestimmte Fragen, die sich uns im Kontakt mit jemandem stellen, den wir gerade erst kennen lernen, würden wir niemals offen aussprechen oder gar beantwortet haben wollen, indem wir ganz offen nachfragen. Wir versuchen dennoch Antworten zu finden, indem wir das als Information einbeziehen, was sich uns über das non–verbale Verhalten bzw. die Körpersprache mitteilt. „Sind Sie einfühlsam, aufrichtig und verlässlich?“ ist keine Frage, die wir in dieser Weise an jemanden richten würden, doch suchen wir im körpersprachlichen Ausdruck nach Hinweisen, die uns eine Antwort darauf geben könnte. Aufgrund dessen ist es sinnvoll und wichtig im eigenen non–verbalen Verhalten das zu zeigen, was wir uns von Seiten unserer Mitmenschen wünschen. Je mehr wir Freundlichkeit und Zuwendung in unserer Körpersprache vermitteln, umso wahrscheinlicher wird sie uns im nonverbalen Verhalten der Anderen gespiegelt.
23:03
August 10, 2020
Menschen, die alles besser wissen
Wer kennt nicht im eigenen sozialen Umfeld einen oder auch mehrere Menschen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie einem im Verlauf der Kommunikation mehr oder weniger schnell das Gefühl vermitteln, es mit jemandem zu tun zu haben, der von sich selbst sehr überzeugt ist und den Anspruch vermittelt, zu allem etwas sagen zu können und meint, es auch noch besser zu wissen als die anderen Anwesenden und Nicht–Anwesenden. Natürlich handelt es sich dabei um jemanden, der davon überzeugt ist, überall gebraucht zu werden. Wir haben es insofern mit Menschen zu tun, die vor allem mit Ausrufezeichen unterwegs sind, da das meiste von dem, was sie von sich geben, den Charakter eines Statements bzw. einer affirmativen Aussage hat und insofern durchaus mit einem Ausrufezeichen zu versehen wäre. Diese Menschen beanspruchen Platz – im konkreten und auch im übertragenen Sinn. Sie hören sich gern reden und gehen davon aus, dass die Menschen, mit denen sie in Kontakt kommen, viel von ihnen profitieren können. Das primäre Anliegen ist die Selbstdarstellung, nachrangig ist das jeweilige Thema oder der Inhalt, um den es scheinbar geht. Die Selbstbezogenheit steht im Mittelpunkt der ganzen Bemühung. Die Not, welche sich tatsächlich hinter dem zwanghaften Besserwissen verbirgt, offenbart eine Aussage des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (1844–1900): „Wer keinen eigenen Willen hat, will wenigstens alles besser wissen.“
19:20
August 7, 2020
Wir treffen täglich Entscheidungen, aber sind es auch die richtigen?
Wir treffen täglich unzählige Entscheidungen ohne, dass uns dies bewusst ist. Es ist vergleichbar mit dem Beschreiten eines Weges auf dem sich unzählige Abzweigungen befinden, sowohl neue, unbekannte als auch solche, die wir aus der Vergangenheit schon kennen. Wir könnten solche Abzweigungen nehmen, tun es jedoch selten, da wir es gewohnt sind, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Sofern wir diesen Weg gehen, treffen wir unwillkürlich, wenn auch nicht bewusst, an jeder möglichen Gabelung eine Entscheidung. Immer wenn wir eine oder mehrere weitere Optionen haben und mit aller Selbstverständlichkeit geradezu reflexartig oder im Sinne eines Automatismus einen Weg gehen, ist es mit einer Entscheidung für und gegen etwas verbunden. In diesem Verständnis ist unser Alltag übersäht mit unzähligen Makro- und Mikro-Entscheidungen. So sehr die Automatismen dazu beitragen unseren Alltag, ob im Privaten oder Beruflichen, leichter und effektiver zu gestalten, haben sie den Nachteil, dass wir über vieles gar nicht mehr nachdenken. Zusätzlich verlieren wir das Bewusstsein darüber, dass wir es selbst sind, die bestimmen können, wie etwas geschieht, wie es zustande kommt, sich entwickelt und enden soll.
20:09
August 5, 2020
Welche Ansprüche sollten wir an Menschen stellen, die uns führen wollen?
Betrachten wir uns heute herausragende Politiker, welche maßgeblich das Weltgeschehen bestimmen, können wir vergleichbare Merkmale erkennen, die sich aufdrängen und deutliche Züge narzisstischer Persönlichkeiten erkennen lassen. Sie kreisen um sich selbst, zeigen einen Mangel an Empathie, überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und zeigen ein unbändiges Verlangen nach Anerkennung. Sie lassen authentische emotionale Tiefe vermissen. Die Inszenierung und Darstellung der eigenen Person überragt alles. Anerkennung und ständiger Zuspruch werden gesucht. Kritik wird kaum zugelassen, Fehler und Schwächen nicht eingestanden. Deutlich erkennbar ist die Neigung zu spalten und sich in einem Schwarz-Weiß-Denken und Entweder-oder zu bewegen. Viele der uns aus der Philosophie vermittelten Tugenden lassen sich weitgehend oder vollkommen vermissen. Als ich mich mit der Lektüre der „Selbstbetrachtungen“ von Marc Aurel (121–180 n. Chr.), von 161–180 römischer Kaiser und Philosoph, befasste, konnte ich stellenweise kaum glauben, dass ein verantwortlicher Politiker – denn als solchen können wir ihn begreifen – vor nahezu zweitausend Jahren ein weitaus höheres Maß an Tugendhaftigkeit erkennen ließ, als es heute bei unseren politisch verantwortlichen Führern der Fall ist.
17:48
August 2, 2020
Hypothesen bestimmen unser Leben
Wir alle sind im Alltag von morgens bis abends, bewusst und noch wesentlich mehr unbewusst damit befasst, nach den in uns vorhandenen allgemeinen und auch sehr spezifischen, individuellen Hypothesen zu agieren. Sie bestimmen unser Denken, Empfinden, unsere Entscheidungen und unser Verhalten. Davon sind alle Bereiche unseres Lebens betroffen – im Privaten, Beruflichen oder in der Freizeit. Stets arbeiten wir mit einer kaum wahrnehmbaren Selbstverständ-lichkeit mit Hypothesen. Was immer wir tun oder nicht tun: Es ist mit Überlegungen, Vermutungen und Annahmen darüber verbunden, welche Auswirkungen es haben mag, was ein Anderer dazu denken, empfinden oder auch sagen wird. Diese Hypothesen bekommen somit den Stellenwert von Annahmen und Erwartungen bezüglich dessen, was eintreten wird und wovon wir somit ausgehen dürfen oder sollten. Damit wir uns selbst, unseren Mitmenschen und der Welt, in der wir leben, nicht undifferenziert und in festgelegten Mustern als Ausdruck uns bestimmender Hypothesen gegenübertreten, sollten wir stets bemüht sein zu prüfen, was unserem Denken, Fühlen und Handeln als motivierende Kraft zugrunde liegt.
19:04
August 1, 2020
Wie eng liegen Normalität und Wahnsinn zusammen?
Im Allgemeinen gehen wir davon aus, dass es eine deutliche Unterscheidung gibt bezüglich des psychischen Zustands eines gesunden bzw. normalen und dem eines kranken bzw. wahnsinnigen Menschen. Die Alltagserfahrung zeigt uns jedoch in vielen Situationen, dass es zuweilen gar nicht leicht fällt eine Unterscheidung vorzunehmen. Als gesund und normal geltende Menschen, mit unterschiedlichstem Bildungsniveau, können unter Umständen deutlich ‚verrückt‘ wirken, währenddessen es situativ möglich sein kann mit einem als paranoid, schizophren bzw. psychotisch diagnostizierten Menschen, ein vollkommen geordnetes und tiefgründiges Gespräch zu führen. Milos Forman (1932–2018), tschecho-slowakisch-US-amerikanischer Filmregisseur ('Einer flog über das Kuckucksnest') stellt die Frage, wer das Recht hat, über andere Menschen zu bestimmen und sie in Gruppen einzuteilen. Forman sagt: „Wir schaffen Institutionen, Regierungen und Schulen, um uns im Leben zu helfen, doch jede Institution entwickelt nach einer Weile die Tendenz, sich nicht mehr so zu verhalten, als sollte sie uns dienen, sondern als sollten wir ihr dienen. Das ist der Moment, wenn das Individuum mit ihnen in Konflikt gerät.“
15:31
July 31, 2020
Pflanzen brauchen Pflege - Beziehungen zu unseren Mitmenschen auch
Beziehungen zwischen Menschen sind nichts Statisches, sie sind etwas sehr Lebendiges. Sie unterliegen einer Dynamik, die gepflegt und gehegt werden muss. Wie in der Überschrift zu diesem Beitrag deutlich gemacht, können wir Beziehungen mit Pflanzen vergleichen. So wie Pflanzen bzw. Blumen in ihrem Wachsen und Gedeihen von bestimmten zu erfüllenden Voraussetzungen abhängig sind, sind es auch soziale Beziehungen. Der Boden ist das Fundament auf dem eine Pflanze sowie auch eine Beziehung wachsen und gedeihen kann. Im Rahmen unserer Bezie-hungen sollte dieser Boden von einem gegenseitigen Vertrauen, von Wertschätzung, Respekt, Anerkennung und Aufrichtigkeit gekenn-zeichnet sein. Sind diese basalen Voraussetzungen nicht erfüllt, wird die Beziehung nicht tragfähig sein. Denn solche Beziehungen sollten nicht nur „Schönwetter-Beziehungen“ sein, sondern auch tragfähig und standhaft sein, wenn es stürmt, regnet oder schneit. Auch in solch widrigen Umständen und Situationen sollte das Vertrauen die Beziehung kennzeichnen und tragfähig sein lassen.
17:32
July 30, 2020
Zur Gefahr fehlender Information - am Beispiel antigrippaler Medikamente
"Wissen ist Macht" - Ursprünglich geht diese Aussage auf den englischen Philosophen Francis Bacon (1561-1626) zurück. Er war mittels seiner Botschaften bestrebt, den Menschen „in einen höheren Stand seines Daseins“ zu bringen. Bezeichnender Weise findet sich auch bei dem englischen Schriftsteller und Essayisten George Orwell (1903–1950) in seinem Werk ‚1984‘ eine sinngemäß vergleichbare Aussage: „Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch die Macht über Gegenwart und Zukunft.“ Prüfen wir wie es sich in der Zeitspanne der Krise 2020 mit dem Wissen verhalten hat, so können wir erkennen, dass die Informationen, welche uns über den Mainstream von Politikern, Wissenschaftlern, Journalisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vermittelt werden, gleichlautend und eindimensional ausgerichtet sind. Alternative Betrachtungen werden nicht einbezogen und kritische Fragen kaum zugelassen. Mangelnde Information führt zu Unwissen und Ohnmacht.
18:43
July 29, 2020
Wo gehobelt wird, fallen Späne
Mit dem Sprichwort wird bekundet, dass bei allen Vorteilen, die etwas haben mag, unter Umständen auch Nachteile in Kauf zu nehmen sind. In der Fernsehshow '60 Minuten' am 12. Mai 1996 wurde die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright (geb. 1937) von der US–Journalistin Lesley Stahl (geb. 1941) nach den Folgen des US–amerikanischen Embargos gegen den Irak gefragt: „Wir haben gehört, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind. Ich meine, das sind mehr Kinder, als in Hiroshima umkamen. Und - sagen Sie, ist es den Preis wert?" Albright: "Ich glaube, das ist eine sehr schwere Entscheidung, aber der Preis - wir glauben, es ist den Preis wert." Im Umgang mit einer solchen Redewendung – wo gehobelt wird fallen Späne – offenbart sich eine kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung unserer Völkergemeinschaft, die wir nicht als Beleg einer Höher– und Weiterentwicklung unserer Spezies Mensch interpretieren sollten.
15:02
July 29, 2020
Die Gerechtigkeitsillusion - Warum glauben wir, Menschen bekommen das, was sie verdienen?
„Irgendwann bekommt jeder das, was er verdient. Die einen früher und die anderen später.“ Diese Redewendung kennen viele, aber was bringt sie zum Ausdruck, ist es ein Erfahrungswert oder viel mehr Ausdruck einer Überzeugung, eines Glaubens oder eines Wunsches? Melvin Lerner (geb. 1929), US-amerikanischer Sozialpsychologe, sagte: „Wir Menschen brauchen die Überzeugung, in einer gerechten Welt zu leben.“ Grundlage dieses Glaubens ist der Wunsch einer sicheren, stabilen und geordneten Welt. In einer solchen Welt sollten schlechte Dinge nur schlechten Menschen und gute Dinge nur guten Menschen widerfahren. Da es sich so verhält, muss es immer auch Gründe geben, warum jemand zum Opfer wird bzw. jemandem ein Unglück zustößt; entsprechend der zugrunde liegenden Überzeugung, wonach jeder bekommt, was er verdient, muss es auch irgendeine Ursache geben, warum jemand zum Opfer wurde.
15:54
July 28, 2020
Medizin als Geschäft
Die Frage, warum wir gerade im Bereich der Medizin so sehr bereit sind der uns von einem Facharzt gegebenen Empfehlung zu folgen, beantwortet sich durch das Ausmaß an Vertrauen, das wir bereit sind ihm zu schenken. Wie in einem vorangegangenen Artikel bereits erwähnt, steht der Arzt in wiederholt durchgeführten Erhebungen seit vielen Jahren unverändert an vorderster Stelle im Ansehen aller zu beurteilenden Berufsgruppen. Richtet man sich aus an dem Eid bzw. Arztgelöbnis des Hippokrates (460–370 v. Chr.), griechischer Arzt, wonach jeder Arzt, Verordnungen treffen soll: „... zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil ... diese Bewahren [wird] vor Schaden und willkürlichem Unrecht“, so darf man in dem ärztlichen Handeln nur edles vermuten. Dieses Gelöbnis soll die Grundlage bilden für jede ärztliche Ethik.  Der Konflikt zwischen der Notwendigkeit des ärztlichen Entscheidens und des Handelns mit den zugleich gegebenen wirtschaftlichen bzw. finanziellen Vorgaben und Begrenzungen wirft die Frage auf, ob diesem Ideal noch gerecht werden kann.
20:50
July 28, 2020
Gedanken zur Leichtgläubigkeit
Der US-amerikanische Politiker Calvin Coolidge (1872–1933), ehe- maliger Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sagte: „Wenn die Menschen verwirrt sind, neigen sie zur Leichtgläubigkeit.“ In dem er das sagte, sprach er ein ganz wesentliches Merkmal der Leichtgläubigkeit an. Dieses ist eine bestehende Verunsicherung, in Verbindung mit Zweifel, Unwissen und fehlender Information. Befinden wir uns in einem solchen Zustand, in welchem uns ein sicherer Boden bzw. ein sicheres Fundament auf dem wir stehen könnten fehlt, sind wir in hohem Maße anfällig, zu glauben, was uns jemand scheinbar Kompetentes und Befähigtes sagt. In einem solchen Zustand sind wir bereit Überzeugungen und Haltungen zu übernehmen.
19:22
July 26, 2020
Psychologie für den Alltag - Kommt es letztlich immer nur auf die Begründung an?
Um etwas zu tun, kommt es letztlich nur auf die jeweilige Begründung an – selbst wenn damit scheinbar unumstößliche Menschenrechte außer Kraft gesetzt werden. Begründungen können einen notwendigen legalen bzw. legitimen Rahmen bieten. Grundsätzliches kann somit durchaus jederzeit und überall aufgehoben werden. Wir dürfen uns fragen, welchen Wert hat dann noch ein Fundament, auf dem wir vermeintlich zu stehen glauben?
18:32
July 25, 2020