Europa-Universität Flensburg

Europa-Universität Flensburg

By Europa-Universität Flensburg
Willkommen zum Podcast der Europa-Universität Flensburg (EUF). Hier findet ihr Gespräche mit Wissenschaftlern und weiteren Personen aus Politik und Gesellschaft. Die Interview-Reihe „Gespräche über den Zustand der Welt“ findest du ebenfalls als Video auf der Website der Uni Flensburg: www.uni-flensburg.de/weltgespraeche
Where to listen
Apple Podcasts Logo
Breaker Logo
Castbox Logo
Google Podcasts Logo
Overcast Logo
Pocket Casts Logo
RadioPublic Logo
Spotify Logo
Stitcher Logo
Markt versus Mensch?
In der Corona-Krise ist eine große Behauptung der freien Marktwirtschaft ins Wanken geraten: Es sei der Markt, der für das Wohlergehen der Bevölkerung sorge, der „das“ schon regle. - Diese Krise regelt der Markt nicht, es ist stattdessen der Staat, der sich mit umfassenden Hilfen um das Wohlergehen seiner Bürgerinnen und Bürger kümmert.  Wir brauchen eine neue politische Rationalität der Solidarität, sagt die Philosophin Jule Govrin: Eine, die die Gesundheit der Gesellschaft und nicht die Gesundheit der Wirtschaft verfolgt, eine, die Gemeinwohl und nicht Profit in den Mittelpunkt stellt.  Denn Menschen sind verwundbare Wesen, die in Abhängigkeit voneinander leben. Dies ist die fünfzehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
19:17
July 3, 2020
Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im Schatten der Coronakrise
Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Sie ist von den finanziellen Herausforderungen der Corona-Krise geprägt, wobei die Verabschiedung des regulären mehrjährigen Haushaltsplans für die EU, Brexit, Klimaschutz, Asyl und Migration sowie Digitalisierung auch auf der Agenda stehen.  Welche Aufgaben kommen auf Deutschland zu und wie hat sich die Regierung auf die Ratspräsidentschaft vorbereitet? Wie wichtig ist eine deutsche Führungsrolle? Wird die EU eher zusammenwachsen oder werden die Risse größer?  Uwe Puetter, Professor für Empirische Europaforschung an der EUF, skizziert Aufgaben und Prozesse der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und sieht es als wahrscheinlich an, dass in Bezug auf den Wiederaufbaufonds und den EU-Haushalt Lösungen gefunden werden. Dies ist die vierzehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
19:43
July 1, 2020
Weltwirtschaftskrise durch Corona
Die Covid-19 Pandemie hat die Weltwirtschaft in ihre größte Krise seit dem zweiten Weltkrieg gestürzt. Wieso konnte das Virus die globale Wirtschaft so hart treffen? Welche Maßnahmen helfen, die Volkswirtschaften wieder in Gang zu bringen?  Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung lobt Marcel Smolka, Professor für Internationale und Institutionelle Ökonomik an der EUF als „timely, targeted and temporary“ (rechtzeitig, zielgerichtet und vorübergehend).  Die protektionistischen Reaktionen auf den wirtschaftlichen Schock der Krise, etwa ausländische Direktinvestionen zu unterbinden, schätzt er dagegen als gefährlich ein.  Damit Europa aus der Krise gestärkt hervorgeht, sollte es in Bildung und Infrastruktur investieren. Dies ist die dreizehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
23:15
June 25, 2020
Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen zu Coronazeiten
Wie sehr offene Grenzen zum europäischen Lebensgefühl gehören, haben die EU-Bürgerinnen und -Bürger gespürt als die Grenzen wegen der Covid-19 Pandemie geschlossen wurden. Dabei ist der Schengenraum bereits seit der Migrationskrise von 2015 in keinem besonders guten Zustand – viele Länder führen Personenkontrollen durch, wo eigentlich Freizügigkeit von Personen, Waren und Dienstleistungen möglich sein sollte. Deshalb müssen das Asylrecht und das Grenzregime der EU reformiert werden, sagt Christof Roos, Juniorprofessor für European and Global Governance an der Europa-Universität Flensburg (EUF). Die Bedingungen für eine Reform bleiben aber schwierig. Ein Kompromiss zwischen den weit auseinanderliegenden Interessen der Ost- und Westeuropäischen Staaten in der Asylfrage könnte mit dem Vorschlag der Bundesregierung während der deutschen Ratspräsidentschaft vorbereitet werden. Dies ist die zwölfte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
22:15
June 18, 2020
Digitaler Unterricht - Zwischen Nebelkerze und Heilsversprechen
Ist digitaler Unterricht besser als analoger? Können digitale Medien Unterricht gerechter machen? Digitale Bildung steht spätestens seit dem Corona-Lockdown der Schulen hoch im Kurs.  Der Lockdown hat die katastrophale technische Infrastruktur der Schulen deutlich gemacht. Die sollte man tatsächlich verbessern, sagt Andrea Kleeberg-Niepage, Professorin für Entwicklungs- und pädagogische Psychologie an der Europa-Universität Flensburg, aber dass Digitalisierung viele Missstände des deutschen Bildungs- und Schulsystems beheben würde, hält sie für ein nicht einzuhaltendes Heilsversprechen. Und wundert sich über die „gute“ Bildschirmzeit in der Schule und die „schlechte“ vorm heimischen Computer.  Sie fordert mehr empirische Forschung zum Thema, die auch die Perspektive der Kinder und Jugendlichen miteinbezieht. Dies ist die elfte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
22:37
June 11, 2020
COVID19 und die verpasste Utopie
Nachbarn haben füreinander eingekauft, Radwege wurden gebaut, Luxusparfüm-Hersteller und Brauereien haben Desinfektionsmittel und Autohersteller Beatmungsgeräte produziert, Systemrelevanz wurde neu definiert:  Für ein paar Wochen der COVID19-Pandemie schien eine andere Welt möglich, gab es die Chance, grundsätzliche Gegebenheiten unseres Lebens, unseres Wirtschaftens, unserer Politik neu zu bedenken.  Diese Chance wird zu selten genutzt – das Konjunkturpaket der Koalition bedeutet beispielsweise höchstens eine Antriebswende, aber keine Mobilitätswende, sagt Jonas Lage, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Norbert Elias Center for Transformationdesign and Research der Europa-Universität Flensburg (EUF) und Mitglied des Kollektivs „Imperiale Lebensweise und solidarische Alternativen“.  Er spricht darüber, warum es so schwer ist, Utopien zu denken und Alltagspraktiken zu ändern. Dies ist die zehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
21:17
June 10, 2020
Lohnarbeit in der Isolation: HOMEOFFICE ist KEINE Lösung
Es klingt wie die Lösung für moderne Stress- und Vereinbarkeitsprobleme: Einfach von zuhause aus arbeiten. In der Corona-Pandemie arbeiten viele Beschäftigte gezwungenermaßen vom heimischen Computer und das Ideal der flexiblen Heimarbeit zeigt Risse:  Homeoffice trifft Männer und Frauen unterschiedlich, lässt Privatleben und Beruf verschwimmen und kann so zu Mehrarbeit, schlechtem Gewissen, Isolation und einer Distanz zum Arbeitgeber führen. Homeoffice, sagt Tabea Scheel, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der EUF, ist eher eine Ergänzung als eine Alternative zur Präsenszeit im Büro und muss gut geplant und abgesprochen sein. Dies ist die neunte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
20:43
June 4, 2020
Coronakrise vs. Klimakrise
Die COVID19-Pandemie und die Klimakrise ähneln sich: Beide gefährden Menschenleben, bei beiden ist Prävention entscheidend, beide sind auf wissenschaftliche Expertise angewiesen und beide bringen Verschwörungstheorien und Wissenschaftsskeptizismus hervor, wie etwa die Angriffe auf den deutschen Virologen Christian Drosten zeigen.  Einen Unterschied allerdings gibt es: In der Coronakrise handeln die Staaten entschieden, umfassend und rasch - und in der Klimakrise nicht. Wieso ist das so?  Dr. Bernd Sommer, Leiter des Forschungsbereichs „Klima, Kultur & Nachhaltigkeit" am „Norbert Elias Center für Transformationsdesign & Research“ der Europa-Universität Flensburg (EUF), über Unterschiede und Ähnlichkeiten zweier globaler Krisen der Gegenwart. Dies ist die achte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
17:29
June 2, 2020
Schlachthöfe als Corona-Hotspots - Wie Billigfleisch die Virusausbreitung fördert
Die COVID 19-Pandemie hat die skandalösen Zustände in der deutschen Fleischindustrie offenbart. Die Arbeitsbedingungen der vielen osteuropäischen Leiharbeiter und ihre Unterbringung in Sammelunterkünften gerieten ebenso in der Kritik wie ihre Anstellung bei Subunternehmen.  Die Bundesregierung hat ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit auf den Weg gebracht. Die Branche sieht sich "diskriminiert" und deutet Klagen und Abwanderung an.  Wie dieses System der Ausbeutung entstehen konnte und welche Akteure nun um politische Entscheidungen kämpfen, das erklärt Marcel Sebastian, Soziologe an der EUF. Er forscht zum Mensch-Tier-Verhältnis und hat für seine Promotion Schlachthofmitarbeiter dazu interviewt, wie sie mit dem Töten und Zerlegen von Tieren zurecht kommen. Dies ist die siebte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
20:03
May 28, 2020
Stillstand statt Sturm und Drang – Corona und Jugendliche
Jugendliche in der Corona-Pandemie verpassen viel mehr als ein paar  Unterrichtsstunden – vieles, was in der Jugend wichtig ist, fällt in der  Corona-Krise für sie weg: Draußen sein, Freunde treffen, chillen, Party  machen und vor allem auch weg von den Eltern sein. Die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie führen dazu, dass Jugendliche  ihre eigenen, außerfamilialen Räume verlieren. Das fühlt sich für sie  nicht gut an und kann Konsequenzen für ihre Entwicklung haben. Anke Wischmann, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem  Schwerpunkt Empirische Bildungsforschung, plädiert deshalb dafür,  Jugendlichen eigene Räume zu ermöglichen. Dies ist die sechste Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
18:49
May 26, 2020
Besser, anders, weniger: Umweltfreundliche Wirtschaft nach Corona
All you need is less. Aber wie misst man less? Wer bestimmt, wieviel  less genug ist? Über solche Fragen wird in der aktuellen Diskussion um  klimafreundliche Konjunkturpakete kaum diskutiert. Das ist auch kein  Wunder, sagt Frauke Wiese, Juniorprofessorin für „Transformation der  Energiesysteme“ an der Europa-Universität Flensburg.  Denn oft sind Energiemodelle die Grundlage von Energie- und  Klimapolitik. In ihnen steckt, was leicht quantifiziert werden kann –  technische und wirtschaftliche Aspekte. Verhaltensänderung – less Konsum oder more ÖPNV – steckt in diesen  Modellen selten. Sie arbeitet deshalb an der Europa-Universität  Flensburg in einer vom BMBF finanzierten Nachwuchsforschungsgruppe  daran, Suffizienz quantifizierbar zu machen. Dies ist die fünfte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
18:36
May 22, 2020
Europa und die Pandemie - die Existenzfrage
Wer unterstützt wen, wer ist mit wem wie solidarisch – in der Corona-Krise wird in der EU heftig über die Finanzierung der Pandemie gestritten.  Kein Wunder, sagt Hauke Brunkhorst, Professor für Soziologie an der EUF, denn die EU besitzt einen Geburtsfehler: Sie kann keine gemeinsame Wirtschaftspolitik betreiben. Für eine gemeinsame Geldpolitik ist die Europäische Zentralbank zuständig, aber sie ist von der demokratischen Kontrolle ausgenommen.  Europa braucht Coronabonds, Eurobonds, eine gemeinsame Wirtschaftsregierung und ein Eurozonenparlament, fordert Hauke Brunkhorst. Sonst wird die Corona-Pandemie zur Existenzfrage. Dies ist die vierte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
19:34
May 22, 2020
Homeschooling - die eingebildete Normalität
Im Homeschooling macht die Schule weiter wie bisher – nur eben in der  Familie. So vertieft Homeschooling die soziale Ungleichheit und erzeugt  die Fiktion von Normalität. Dabei ist in der Corona-Pandemie nichts mehr  wie bisher.  Diesen Bruch mit der Normalität müssen wir zuerst einmal anerkennen und  aushalten, sagt Jürgen Budde, Professor für Erziehungswissenschaft mit  dem Schwerpunkt Theorie der Bildung, des Lehrens und des Lernens an der  Europa-Universität Flensburg und Ambivalenzen und Fragilität ins Zentrum  von Bildungsprozessen rücken.  Zugleich hätten wir in diesem Bruch mit der bisher gekannten  Schulnormalität die Chance, Schule anders, bildungsgerechter und  krisenfester, zu entwerfen.  In Zukunft werden unsere Kinder, so Budde, mit Krisen umgehen müssen.  Aktuell hätte die Schule die Chance, den Umgang mit Krisen zu einem  Bildungsthema zu machen und die bisherigen Normalitäts- und  Leistungskonzepte zu überdenken. Dies ist die dritte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
17:04
May 19, 2020
Ein Urteil als Provokation | Das Bundesverfassungsgericht & der Staatsanleihenankauf der EZB
Darf die Europäische Zentralbank im großen Stil Staatsanleihen ankaufen, um bedürftigen Staaten zu helfen? Nein, sagen die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichtes. Sie verlangen von der Europäischen Zentralbank mehr Aufklärung über die Nebenwirkungen ihrer Geldpolitik und halten den Ankauf von Staatsanleihen in Billionenwert für möglicherweise verfassungswidrig. Damit begeben sie sich nicht nur auf Konfrontationskurs mit der EZB, sondern auch mit dem Europäischen Gerichtshof, der das Anleihen-Kaufprogramm im Dezember 2018 abgesegnet hatte.   Eine Provokation mit Folgen: Die Bundesbank gerät in einen Konflikt zwischen Grundgesetz und Unionsrecht, die europakritischen Regime in Polen oder Ungarn erhalten Auftrieb.  Anna Katharina Mangold, Professorin für Europarecht an der EUF, erklärt Fakten, Hintergründe und Folgen einer komplizierten Lage.  Dies ist die zweite Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg.
20:30
May 18, 2020
Empörung und Ressentiment in der Pandemie
Empörung und Ressentiment prägten schon vor Corona den sozialen und politischen Raum. Nach einer erstaunlichen, kurzen Phase des plötzlichen Verschwindens der Empörung zu Beginn der Pandemie, treten diese Haltungen nun in alten und neuen Formen wieder in den Vordergrund. Menschen, die sich über die Verletzung von Grund- und Freiheitsrechten empören, gehen bei den aktuellen Corona-Demonstrationen zusammen mit denen auf die Straße, die Ohnmacht und Wut rauslassen, Institutionen beschädigen oder Verschwörungsphantasien anhängen.  Nicht all diese Proteste sind Ausdruck der Empörung, auch die Haltung des Ressentiments spielt eine wichtige Rolle. Die Philosophin Prof. Dr. Anne Reichold erklärt den Unterschied zwischen Empörung und Ressentiment und wie man diese Haltungen unterscheiden kann. Dies ist die erste Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt. In Kurz." der Europa-Universität Flensburg (EUF).
17:27
May 15, 2020
Resonanz und Mediopassiv - Die Sehnsucht nach Berührtwerden
Beschleunigung führt zu einer Steigerungslogik, in deren Folge Menschen die Welt nur noch instrumentell als Aggressionspunkt begreifen. Sie sind fixiert darauf, beherrschen zu wollen, abzuarbeiten, effizient zu erledigen, was getan werden muss, und immer mehr Erlebnisse zu sammeln.  So die Analyse von Prof. Dr. Hartmut Rosa. Der Jenaer Soziologe und Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt hat sich intensiv mit den Zeitstrukturen moderner Gesellschaften befasst und Beschleunigung als Kernelement jeglicher Modernisierung identifiziert. Die Annahme, dass Menschen von der Welt endlich berührt würden, Resonanz erführen, bekämen sie die Welt nur endlich in den "Griff", erweist sich nach Rosas Meinung als ein Trugschluss. Denn mit dem anstrengenden Versuch, ihre "Reichweite" zu vergrößern, kappen sie den lebendigen, vibrierenden Draht zu sich und der Welt, sie werden unfähig zu „Resonanz“. Entfremdung, Einsamkeit und Aggression sind die Folge, die sich auch in ohnmächtiger politischer Wut niederschlagen. Dem "Unverfügbaren" muss laut Rosa Raum gelassen werden, da nur so die Resonanzerfahrungen, nach denen Menschen sich sehnen, möglich sind. Rosas "Soziologie der Weltbeziehung" und insbesondere sein Essayband "Unverfügbarkeit" stellen damit Fragen, die nicht nur privat, sondern auch politisch bedeutsam sind: Wie führt man ein gutes Leben? Was kann man Zeitknappheit, Atemlosigkeit und dem Gefühl dauernder Überforderung entgegensetzen? Können Meditation, Achtsamkeit oder andere östliche Praktiken und Traditionen helfen und falls ja, unter welchen Bedingungen? Wie entstehen politisch artikulierte Wut und Ohnmacht? Die mögliche Geburt einer neuen Weltbeziehung entwirft Rosa mit dem Mediopassiv als spirituelle Abhängigkeitserklärung. Damit bezeichnet er einen Handlungsmodus, der exakt zwischen aktiv und passiv zu verorten ist und doch zugleich ein Drittes bezeichnet. Dies ist die fünfzehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).
52:12
December 18, 2019
Europa-Universität - Was ist das eigentlich? (Prof. Dr. Werner Reinhart)
 Worin unterscheidet sich eine Europa-Universität von anderen Hochschulen? Wie ist die Idee Emanuel Macrons zu bewerten, in der EU europäische Hochschulen zu gründen, um Demokratie und europäische Werte zu stärken? Und müssen Hochschulen und Wissenschaft wertneutral sein - oder sollten Sie sich vielmehr einmischen und Stellung beziehen? Über diese und weitere Themen unterhalten sich Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der Europa-Universität Flensburg (EUF), und Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg. Prof. Reinhart meint: "Europa verteidigen heißt, die Demokratie verteidigen." Neben diesen großen Fragestellungen, erhalten Sie auch einen Einblick in das Innenleben der Europa-Universität Flensburg (EUF). Sie erfahren, wie der europäische Gedanke in die Schwerpunkt-Bereiche der Hochschule Lehramt, Transformation, Management und Europawissenschaften eingeflochten wird. Wie die Lage im deutsch-dänischen Grenzland die Entwicklung beförderte und welche neuen Studiengänge das Profil in den kommenden Jahren weiter schärfen wird. Dies ist die vierzehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF). 
58:59
May 10, 2019
Minderheiten - Kann Katalonien vom deutsch-dänischen Grenzland lernen (Prof. Dr. Jørgen Kühl)
Das deutsch-dänische Grenzland ist eine europäische Modellregion für  Minderheiten. Sie bemüht sich um Anerkennung als immaterielles  internationales Kulturerbe der UNESCO. Es existiert eine gemeinsame  Grenzlandidentität und das Zusammenleben auf beiden Seiten der  verschwimmenden Grenze ist von gegenseitigem Verständnis, Respekt und  natürlichem Miteinander geprägt.    Da stellt sich die Frage: Warum funktioniert das Zusammenleben von  Mehr- und Minderheiten selten so gut wie in dieser Gegend. Welche  historischen Weichenstellungen und spezifische Faktoren führten zu einer  solch beneidenswerten Situation, im Zuge derer aus Segregation  Integration wurde? Über diese und weitere Themen unterhalten sich Prof. Dr. Jørgen Kühl,  Vorstandsvorsitzender des European Centre for Minority Issues (ECMI)  und Honorarprofessor für Minderheitenfragen, und Kathrin Fischer,  Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg.  Dies ist die dreizehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF). 
1:31:55
March 29, 2019
Die Finanzmärkte zerstören den Euro - und die Politik schaut zu (Dr. Dirk Ehnts)
Dirk Ehnts fordert ein europäisches Finanzministerium und Eurobonds. Also die Richtung, in die auch Emanuel Macron strebt. Ein solches Ministerium könnte effektiv gegen die Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union (EU) vorgehen. Und das würde dem derzeitigen Rechtsruck entgegenwirken. Wenn sich nichts ändert, werden wir in Kürze die nächste Finanzkrise erleben, innerhalb derer Länder wie Griechenland aus dem Euro-Raum austreten werden. Dirk Ehnts warnt: Die zaghaften Schritte der Bundesregierung (Europäischer Währungsfond usw.) werden nicht ausreichen! Ehnts meint zudem: Deutschland fährt eine schlechte Strategie. Es darf nicht mehr Exportweltmeister sein! – Durch diese Strategie produziert Deutschland Finanzkrisen am Fließband.  Über diese Themen und darüber, wie modernes Geld eng mit den Wohlfahrtsstaaten verknüpft ist, über "Vollgeld" und warum Bitcoins keine Lösung sind, unterhält sich Dr. Dirk Ehnts mit der Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg, Kathrin Fischer. „Neoliberalismus ist gescheitert, die Rückkehr zur keynesianischen Politik ist notwendig.“  Dies ist die zwölfte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
1:18:30
November 8, 2018
Identity Wars - Identitätskriege (Carsten Jensen, Schriftsteller und Europapreisträger) - Englisch
“We live in a liquid world, where nothing is stabil.” - “Future wars will be about identity.” - “We need a European Union that is much stronger - and more democratic.” These are just a few of the statements of the Danish writer Carsten Jensen, who writes in his latest novel "Den første sten"/"The First Stone" about the senselessness of the war in Afghanistan. Carsten Jensen is the first awardee of the “EUF Europa Prize - donated by the University Council“, a prize honoring engaged Europeans. The interviewer is once again Kathrin Fischer, press spokeswoman of the EUF. This interview contains so many clever sayings that you can hardly count them. That is why it is interesting not only because of the many insights into the war in Afghanistan. Aspiring authors and fans of the author will also experience many new things. The interview was conducted mostly in English.  Dies ist die elfte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
1:14:49
November 8, 2018
Europa - Die begehrenswerte Hölle (Robert Goebbels, Luxemburg)
Robert Goebbels ist Unterzeichner des „Schengener Abkommens“, das uns EU-Bürgern ermöglicht, Grenzen ohne Kontrollen zu überschreiten. Goebbels sagt: Die EU muss gestärkt werden in einer komplexer werdenden Welt. Wir müssen zusammenstehen, wenn wir unsere Werte von Freiheit und Gleichheit verteidigen wollen. – Und: Europa ist viel besser, als wir glauben! Jährlich übertreten 1,5 Mrd. Menschen die Grenzen innerhalb des Schengen-Raums. Seit der Flüchtlingskrise werden dieser Prozess umgekehrt und wieder mehr und mehr Mauern hochgezogen. Robert Goebbels ist überzeugt, dass die Wiedereinführung der Binnengrenzen in Europa nicht möglich ist. Weil sich die Menschen an diesen Luxus gewöhnt und die Wirtschaft davon abhängig ist. Der ehemalige luxemburgische Minister weiß, dass „Europa nicht die Miseren der ganzen Welt ausgleichen“ kann. Aber in gleichem Maße ist er genervt von europakritischen Parteien wie der AfD und ewig unzufriedenen Bürgern, die der EU die Schuld an den Schlechtigkeiten der Welt zuschustern wollen. Von Menschen, die die EU darstellen, als wäre sie die Hölle auf Erden. Eine Hölle, um die uns der Rest der Welt beneidet. Dies ist die zehnte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
1:11:45
November 8, 2018
Warum Sprache *nicht* verfallen kann (Prof. Dr. Nils Langer)
Ist die deutsche Sprache am Ende? – "Das macht keinen Sinn." vs. "Das ergibt keinen Sinn." - Über Migrantendeutsch, Kietzdeutsch und die angebliche Verdenglischung des Deutschen. Darüber, dass Kinder und Jugendliche (mit und ohne Migrationshintergrund) sehr wohl zwischen informeller und formeller Sprache wechseln können. Darüber, wie die Schriftsprache und der Duden suggerieren, dass es keinen Sprachwandel gibt – dieser aber permanent stattfindet und keine Bedrohung darstellt. Über diese und viele weitere Themen unterhalten sich Prof. Dr. Nils Langer, Sprachwissenschaftler und Experte für Minderheitensprachen und Nordfriesisch, und Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg. Dies ist die neunte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
1:13:02
November 8, 2018
Von der Gründung eines Startup-Unternehmens (Nadine Sydow, Schnexagon)
Über die Gründung eines erfolgreichen Startups. - Nadine Sydow, Erfinderin von Schnexagon, einem biologischen Anti-Schneckenmittel (bekannt aus "Höhle der Löwen") erzählt uns von Ihrem Weg von der Biologie-Studentin bis zur umtriebigen Unternehmerin. Ein motivierendes Plädoyer für die eigene Firmengründung. Female bzw. Woman Entrepreneurship ist ebenfalls ein Thema in dem Gespräch mit Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg. Verfolgen Sie jeden Schritt mit: Von der Idee, der Anmeldung eines Patentes, der Suche nach Geldgebern, über Croudfunding und die "Höhle der Löwen" auf VOX bis hin zur Firmengründung und der Entwicklung neuer innovativer Produkte (wie Poxagon gegen Seepocken an Schiffsrümpfen). Dies ist die achte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
57:44
November 8, 2018
Wut - Wie Islamisten und Rechtsextreme die Mitte erobern (Julia Ebner, London)
Islamismus und Rechtsextremismus haben viele Parallelen: Sie erzählen ähnliche Geschichten, haben „die Medien“ als Feindbild, werben um Menschen in Grauzonen und streben die Abschaffung der derzeitigen staatlichen Strukturen an. Julia Ebner ist Terrorismus- und Extremismus-Forscherin. Sie stammt aus Wien und arbeitet in London. Zusammen mit Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg, beschreibt sie, wie eine globale Identitätskrise und ein rasanter Wandel auf allen Ebenen der Gesellschaft von Extremisten ausgenutzt werden. Sie zeigt, wie soziale Medien und Politiker wie Donald Trump den Filterblaseneffekt verstärken, der Radikalisierungen Vorschub leistet. Aber sie macht auch Hoffnung: Denn Radikalisierung ist wieder umkehrbar! Dies ist die siebte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
55:13
November 8, 2018
Von Winnetou bis Twin Peaks - Amerikanische Episoden (Prof. Dr. Birgit Däwes)
Warum sind amerikanische TV-Serien derzeit so beliebt wie nie zuvor? Sind es nur die Millionen und Milliarden Dollar, die Netflix und Amazon in diesen Markt pumpen – oder machen auch andere Faktoren eine gute Serie aus? Wie werden Native Americans in Film und Literatur dargestellt? Und wie positionieren sie sich selbst zwischen Klischee und Realität? Über Zynismus und Realitätsspiegelung in Politik-Serien wie House of Cards und Veep, die Identifikation mit den Hauptfiguren am Beispiel von Breaking Bad, den Unterschied zu deutschen Produktionen und über amerikanische Neuverfilmungen skandinavischer Serien wie The Bridge und The Killing unterhält sich die Prof. Dr. Däwes, Professorin für Amerikanistik mit Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg (EUF). Dies ist die sechste Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
1:10:16
November 8, 2018
Über Trump, Philosophie und die neuen Popstars (Hans Ulrich Gumbrecht, Stanford)
Warum wurde Donald Trump zum neuen US-Präsidenten gewählt? Und wie gefährlich ist er wirklich für unser aller Sicherheit? Warum lässt man sich als Mensch gerne durch Zuschauersport anziehen? Wie lässt es sich auf dem Campus der Stanford University in Kalifornien arbeiten? Über diese und viele weitere Fragen unterhalten sich in sehr kurzweiliger Weise Hans Ulrich Gumbrecht von der Universität in Stanford (USA) und Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg (DE). Der mit zehn Ehrendoktorwürden ausgezeichnete Wissenschaftler gibt uns zudem ganz persönliche Einblicke in sein Leben und sein Schaffen in Kalifornien - und berichtet uns, wie er zum US-Amerikaner wurde. Dies ist die fünfte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
1:08:20
November 8, 2018
Wir und Ihr - Über Kastenwesen, Rassismus und Religion (Anil Bhatti, Indien)
Wie können wir gemeinsam das Geschäft des Lebens meistern? Wie kommt es zu dieser neuen Ideologie von Grenzziehungen in unserer Zeit. Anil Bhatti, Germanist und Kulturwissenschaftler aus Indien, spricht über das Zusammenleben der Menschen in Indien, Europa, den USA und der Welt. Er wirft einen Blick auf autokratisch-diktatorische Entwicklungen in seinem Heimatland Indien und wie es dort selbst an Universitäten nicht mehr möglich scheint, etwas gegen die offizielle Ideologie zu sagen. Aber er sieht auch positive Zukunftschancen - gerade für Europa. Dies ist die vierte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
53:43
November 8, 2018
Der die das – Deutsch als Zweitsprache (Prof. Dr. Julia Ricart Brede)
"Deutsch als Zweitsprache" ist ein Fach, das aufgrund von Migration und Flucht zunehmend wichtiger wird. Lehrerinnen und Lehrer stehen vor der Aufgabe, Schulklassen zu unterrichten, in denen immer mehr Kinder aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Familien sitzen, die verschiedene Erstsprachen sprechen. Dies ist die dritte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF). Dies ist die dritte Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).  
52:31
November 8, 2018
United Space in Europe - und ein Dorf auf dem Mond (Prof. Dr. Jan Wörner, ESA)
Ein vereinigtes Europa, zumindest in der Erforschung des Weltalls. Das Konzept eines Dorfes auf dem Mond, eines „Moon Village“, das allen, die daran teilhaben möchten, offen steht. Die Mehrheit junger Menschen, die sich eine globale Weltraumagentur wünschen würde. Über dies, aber auch die Emotionen in der Forschung und den sinnvollen Umgang mit angeblichen Misserfolgen (z.B. ExoMars) spricht der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur Prof. Dr.-Ing. Jan Wörner mit Kathrin Fischer (Pressesprecherin der EUF). Im zweiten Teil unserer Gesprächsreihe gibt der Leiter der ESA zudem Einblicke in aktuelle und zukünftige Weltraummissionen der Europäer, die Finanzierung von Weltraum-Projekten (Geo-Return-Prinzip, „das magische Dokument 100“) und wie diese unberührt geopolitischer Krisen friedlich weitergeführt werden. - Und er äußert sich ganz privat zu Kindern, Studium und der Frage, ob es mehr da draußen gibt …  Dies ist die zweite Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).
1:03:52
November 8, 2018
Der nur schwer vermeidbare Zusammenbruch der Europäischen Union (EU)
Der Zusammenbruch der EU, zumindest in der jetzigen Form, ist wahrscheinlich. Das ist die Kernaussage von Prof. Dr. Hauke Brunkhorst. In der ersten Folge unserer neuen Interviewreihe „Gespräche über den Zustand der Welt“ spricht der Soziologe zudem über soziale Ungleichgewichte, den Wahlsieg Emanuel Macrons, über „in Märkte eingebettete Staaten“ und eine „gefährliche Verfeindung von Nationalstaaten durch die Europäische Union“. – Und er gibt Martin Schulz, dem Kanzlerkandidaten der SPD, einen Rat mit auf den Weg.  Dies ist die erste Episode aus der Reihe "Gespräche über den Zustand der Welt" der Europa-Universität Flensburg (EUF).
1:11:29
October 18, 2018